Erde

Erde

Bevor ich mich hier in NYC vom Acker mache (um gleich mal mit der Erdmetaphorik zu beginnen), habe ich noch diverse Schreibschulden zu begleichen. Zum Beispiel die letzte Folge der Mini-Serie zu den Elementen. Heute soll es daher um die Erde in New York gehen. 

Da wäre zunächst einmal festzuhalten, dass der größte Teil der Stadtfläche bebaut ist; Erde sieht man daher allenfalls in begrünter Form in den Parks oder wenn man einen Blick durch einen Bauzaun wirft. In Manhattan allerdings gähnen hinter den gut abgeschirmten Baustellen allerdings eher mit Beton ausgekleidete Löcher; so etwas wie Muttererde wurde wahrscheinlich schon vor hundert Jahren zuletzt gesehen. Dabei war hier mal viel Grün, als die ersten Siedler ankamen. Daneben gab und gibt es hartes Gestein, den sogenannten Manhattan Schist, der vor 500 Millionen Jahren entstanden ist. Felsen aus diesem Schist, die auch noch Spuren des Gletschers aufweisen, der vor 30.000 Jahren noch die Fläche des heutigen NYC bedeckt hat, sind zum Beispiel im Centralpark noch zu sehen.

Mit landwirtschaftlicher Nutzfläche sieht es im heutigen New York nicht so gut aus. Trotzdem wird an einigen Stellen das Urban gardening gefördert. An verschiedenen Stellen der Stadt trifft man auf kleine Flecken Erde, sogenannte Community Gardens. Hier wühlen Freiwillige hingebungsvoll in der Erde und machen aus den kleinen Patches grüne Oasen. Daneben gibt es private Dachgärten, Kräuteranbau auf Restaurant-Dächern oder in unserer Nähe eine Farm, die in Gebäuden Pflanzen mit UV-Licht heranziehen (nein, kein Hanfanbau, obwohl ich so genau nie hingeschaut habe).

Aber reden wir nicht drum herum, das alles fällt nicht sehr ins Gewicht, bei den vielen Steinen, Beton und Glas, die hier verbaut werden. Nicht umsonst wächst New York ja immer weiter in die Höhe. Ein klein wenig wächst es allerdings auch in die Breite. Vergleicht man Karten von früher mit heutigen, dann sieht man, wie sich die von kleineren und größeren Wasseradern durchzogene Küstenlinie immer weiter nach außen geschoben hat (siehe Ausschnitt von einer Informationstafel bei dem Red Hook-Viertel in Brooklyn); hier noch eine Hafenmauer, da noch eine Befestigung. Governors Island zum Beispiel wurde durch Aushub vom Subway-Bau und Schlamm aus dem New Yorker Hafen um mehr als die Hälfte seiner Fläche vergrößert. Manhattan wächst auf seiner Ostseite, z.B. unter der Manhattan-Bridge, derzeit weiter in den East River hinein – gebaut wird der East River Park

Wer weiß, vielleicht kann man in dreißig Jahren tatsächlich ganz Manhattan auf einem Grünstreifen umrunden.

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