Manhattanhenge

Manhattanhenge

Für diejenigen unter meine geschätzten Leser:innen, die zufällig am 12. Juli Geburtstag haben, hätte ich einen Vorschlag zur Abendgestaltung des Festtags: Warum nicht kurz nach New York fliegen und dort an der geeigneten Stelle um 20:20 Uhr Ortszeit anstoßen? Wenn nicht gerade ein Gewitter herunterkommt oder Wolken den Himmel bedecken, dann könntet Ihr nämlich beobachten, wie das Licht der untergehenden Sonne in die Querstraßen (Streets) des Gitternetzes fällt. 

Dieses auch als Manhattanhenge bezeichnete Phänomen (nach Stonehenge, wo man zur Sommersonnenwende die untergehende Sonne zwischen den großen Steinen betrachten kann) tritt zweimal im Jahr auf – weil die Streets in Manhattan nicht genau von Westen nach Osten verlaufen, sondern um 30° nach rechts rotiert sind. Hätten die alten Planer des Grid besser auf die Himmelsrichtungen aufgepasst und die Avenues genau von Süd nach Nord und die Streets genau von Ost nach West ausgerichtet, dann fände Manhattanhenge gleichzeitig mit Stonehenge am 21. Juni statt. Aber vielleicht hatten sie auch damals schon den homo New Yorkiensis im Auge, der zwei Möglichkeiten zum Feiern einer einzigen natürlich vorzieht. Das American Museum of Natural History hat auf jeden Fall schon einmal für den 12. Juli zu einem wissenschaftlichen Vortrag und einer Street Party mit Musik eingeladen.

Dass ich schon am 3. Juli und auch vor dem anstehenden Nationalfeiertag am 4. Juli von einem Ereignis berichte, das am 12. Juli erst eintreten soll, hat mehrere Gründe. Natürlich habt Ihr so eher noch die Möglichkeit Eure Reisepläne anzupassen. Aber da man sich auf das Wetter am 12. Juli ja nicht einfach verlassen kann und die Sonne auch in der gesamten Zeitspanne vom 1. Juni bis zum 13. Juli recht tief steht, wenn sie in die Straßenschluchten fällt, bin ich schon mal auf Fotojagd gegangen. 

Ganz so leicht wie gedacht ist es tatsächlich nicht, das richtige Wetter, den richtigen Zeitpunkt und den richtigen Ort abzupassen und sich gleichzeitig nicht von irgendeinem Auto überfahren zu lassen – die beste Aussicht hat man nämlich auf den großen zweispurigen Streets. In meinem Falle war‘s die 23., direkt beim Flatiron Building (das übrigens schon eine Stoffbahn hat fallen lassen; vielleicht habe ich ja noch Glück!). Genauere Infos zu Manhattanhenge, Orten und Zeiten gibt es hier von den Experten des AMNH.

Und, liebe Geburtstagskinder, wenn Ihr hier seid, dann meldet Euch, damit wir ein Getränk kühlstellen können.

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