Man wird ja immer wieder gewarnt vor den unangenehmen Sommermonaten in New York. Inzwischen kann ich zumindest nachvollziehen, was gemeint ist: es ist eigentlich seit Anfang Juni nicht nur heiß, sondern häufig ist die Luft ist auch feucht und schwer, weshalb die gefühlte Temperatur noch höher ist als die auf dem Thermometer angezeigte. Da heißt es tagsüber rechtzeitig die Fenster wieder schließen, wenn man die Wohnung auch ohne Klimaanlage halbwegs kühl halten will. Trotzdem kommen wir auch nachts selten unter 25° Celsius, was dann auch für Sonnenfreund:innen wie mich anstrengend werden kann.
Während gestern also draußen die große Hitze brütete gab es im gut gekühlten Bookshop der Vereinten Nationen eine Vorstellung des frisch erschienenen Buchs „The Language of Climate Politics“. Die Autorin, Genevieve Guenther, eine promovierte Shakespeare-Expertin, die ihre literaturwissenschaftliche Karriere zugunsten des Klima-Aktivismus aufgegeben hat, trug den Zuhörern der Lesung ein leidenschaftliches Plädoyer für einen schnellen Ausstieg aus fossilen Brennstoffen vor. Ihre Zielgruppe sind vor allem US-Amerikaner, die zwar die Notwendigkeit des Themas Klima sehen, aber auch mit vielen falschen Botschaften konfrontiert werden. Ein ganz interessanter Versuch, die falsche Rhetorik einiger Leugner und Verharmloser des Klimawandels zu entlarven.
Nach der Beschäftigung mit diesem potenziell schlafraubenden Thema gab es für mich eine wirklich letzte, dafür aber besonders schweißtreibende Yogastunde im Bryant-Park, gefolgt von einer Fahrradfahrt (heiß, aber umweltfreundlich) nach Harlem. Auf einer Freilichtbühne in einem kleineren Park führte „The Classical Theater of Harlem“ Shakespeare‘s Midsummer Night‘s Dream auf. Eine wirklich schöne Inszenierung, die in Kostümen und Tanz Elemente des Jazz-Age aufgegriffen hat.
Die Komödie zeigt an insgesamt vier Paaren – neben zwei jungen Paaren aus Athen auch die Elfenkönigin Titania und Oberon, sowie der Herrscher Theseus und Hippolyta –
was in der Liebe alles daneben gehen und sich dann doch wieder einrenken kann, wenn ein bisschen Sommerschlaf und Elfenzauber im Spiel sind. Gespielt wurde das alles sehr flott und genauso wie die Nebenhandlung mit schauspielernden Handwerkern vom Publikum begeistert aufgenommen.
Well shone, moon! sage ich mit Shakespeare. Und wohl gezirpt Grillen!, füge ich angesichts der Geräuschkulisse im Park an. Warme Sommerabende sind doch einfach herrlich!

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