Past Lives

Past Lives

Der Zuschauer lernt sie in nur drei Situationen und Lebensphasen kennen: Am Anfang, im Jahr 2000 in Seoul steht Nora mit ihrer Familie kurz vor ihrer Auswanderung nach Toronto. Um gute Erinnerungen für die Tochter zu schaffen, arrangiert ihre Mutter ein Date unter den beiden Zwölfjährigen. Zwölf Jahre später, nach Hae Sungs Militärdienst und während Nora in New York ihre ersten Erfolge als Schriftstellerin feiert, begegnen sich die beiden über Facebook und Videocalls wieder. Doch Nora bricht diese regelmäßigen Unterhaltungen ab, um sich auf ihr Leben in New York zu konzentrieren. Bald darauf lernt sie bei einem Autoren-Workshop Arthur Zaturansky kennen und verliebt sich in ihn. Sie heiraten bald und bleiben in New York.

Gestern gab‘s noch einmal großes Kino für uns: Im Freiluft-Kino wurde „Past Lives“ von Celine Song gezeigt. Dieser reduzierte, aber beeindruckende Film, verfolgt die Beziehung von Na Young, die sich nach ihrer Emigration aus Korea in Nora Moon umbenennt und ihrem Schulfreund Hae Sung. 

Die nächste Begegnung findet in New York statt. Hae Sung, dessen Beziehung mit einer anderen Frau beendet ist, besucht Nora in ihrer amerikanischen Heimat und lernt dabei auch Arthur kennen. Obwohl dieser auch ein paar Worte Koreanisch gelernt hat, ist er bei dem Gespräch zwischen den beiden Jugendfreunden bald ausgeschlossen. 

Das Ende erzähle ich jetzt nicht, auch wenn ihr den Film möglicherweise schon gesehen habt (z.B. als Wettbewerbsfilm in der Berlinale 2023). Letztlich sind es auch die kleinen Gesten und kurzen Aussagen, die den Film bemerkenswert machen. Mit meinem derzeitigen Gedankengepäck lese ich viel über die Herausforderungen anzukommen und den Preis, den man dafür zahlen muss, wenn man sich auf ein neues Leben einlässt. 

Darüber hinaus gibt es schöne New York-Aufnahmen, die vor Ort, zum Beispiel am Ufer des East River oder auf einer Fähre zwischen Freiheitsstatue und der Südspitze von Manhattan gedreht wurden. Die Zuschauer gestern müssen es wissen, denn die Vorführung des „Movie with a view“-Films, fand ein paar Meter entfernt von den Drehorten statt. Überhaupt: die Kulisse ist schon grandios: die Leinwand zwischen Statue of Liberty und Financial District, zwischendurch fahren Segelschiffe vorbei, Abendrot. Leider war ich zu langsam, um den Moment im Film einzufangen, in dem gleich zwei Freiheitsstatuen nebeneinander zu sehen waren.

Hinterlasse einen Kommentar

Berlin, Brooklyn, and beyond

Eine Berlinerin berichtet aus Brooklyn