Jetzt ist schon ein ganzer Monat vergangen, seit ich New York verlassen habe. Doch natürlich bestehen noch zarte gedankliche und reale Bande. So habe ich nicht nur einen Mann und eine Wohnung dort zurückgelassen, sondern – natürlich ohne Hintergedanken! – auch sämtliche Sportkleidung. Ein weiteres Opfer unseres Umzugs per Flugzeug wurde eine niegelnagelneue Yoga-Matte: sie hat den Koffer einfach zu schwer gemacht, und nach sehr kurzer Bedenkzeit habe ich sie dem Menschen hinter dem Schalter in die Hand gedrückt, nicht ohne ihn aufzufordern, die Matte intensiv zu nutzen.
Trotz all dieser Verluste: Beim Auspacken der Koffer und Wieder-Einräumen der ausgelagerten Kleider, Papiere und sonstiger Gegenstände habe ich schon wieder gemerkt, dass ich doch einfach zu viel Zeug habe. Und an einigen Stellen nicht das richtige Zeug,,,
Vom Materiellen im Immateriellen: Was bleibt nach fast einem Jahr New York? Oder „Wie war‘s?“, wie mich einige von Euch im direkten Austausch schon gefragt haben. Meine Standardantwort lautet dann „Vielschichtig! Kann ich nicht in einem Satz beantworten.“ Natürlich ist New York eine tolle, laute, quirlige, an- und aufregende Stadt mit ganz unterschiedlichen Ecken und einer noch viel größeren Bandbreite von Menschen. Tolle Architektur und hässliche Ecken, freundliche Begegnungen mit Verkäufer:innen, Baristas, Nachbar:innen und natürlich auch dem manchmal schwierigeren Subway-Publikum; anstrengender, manchmal nerviger Verkehr und weite Wege, aber wenn man weiß, wie man sich mit einer Kombination von Subway, Fahrrad und zu Fuß bewegt, kommt man gut von A nach B. Natürlich spielt da, wie überhaupt für die Wahrnehmung einer Stadt eine freiere Zeiteinteilung eine entscheidende Rolle. Ansonsten: Kunst und Kultur in NYC sind natürlich super und werden mir fehlen – und doch kann ich mich jetzt auch wieder über die manchmal fast beiläufige Schönheit Europas freuen.
Und dann gibt es natürlich noch 1001 weitere Themen, die ich hier ansprechen könnte: Religion, Politik (da juckt es mich natürlich zu schreiben, weil in den letzten 30 Tagen in den USA so viel passiert ist!), Literatur (zwei Romane mit New York-Bezug habe ich gelesen und möchte ich hier auch noch gerne präsentieren). Nicht zu vergessen, dass dieser Blog ja nicht nur Brooklyn, sondern auch Berlin zum Gegenstand hat.
Eine weitere Frage: „Wie geht es weiter mit diesem Blog?“ beantworte ich daher ähnlich ausweichend wie die Frage „Wie war‘s?“: Schaun‘ mer mal, was Zeitbudget, die Lust und die Stadt Berlin so hergeben.
Heute gibt es auf jeden Fall noch einmal ein Abschiedsbild aus Brooklyn.

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