Same, same, but different?

Same, same, but different?

Die Statue of Liberty steht noch. Soviel lässt auf jeden Fall schon einmal sagen zu der in Deutschland meistgestellten Frage, wie es denn jetzt und unter der Regierung Trump II in den USA aussieht. 

Meine Eindrücke sind natürlich sehr individuell, nur auf New York und mein unmittelbares Umfeld bezogen. Der Flug und die Einreise waren unproblematisch, die Kontrolle der Papiere vor dem Check-in in Frankfurt und dem Besteigen des Flugzeugs fast intensiver als die bei der Ankunft am Flughafen JFK. Und dann, auf dem Weg in die altbekannte Wohnung in Brooklyn, war alles wie bei jeder anderen Rückkehr: So viele Geräusche, von der Subway, über den lauten Fernseher aus der Nachbarwohnung bis zu den Polizeisirenen! So viele Gerüche, von der Cannabis-geschwängerten Luft, über die Ausdünstungen der Menschen bis zum frischen Kaffee.

Nachdem ich meine sieben Sachen abgelegt habe, nutze ich den Rest des überlangen Tages noch für einen Spaziergang auf altbekannten Wegen. Einmal quer durch Brooklyn (das ist schamlos übertrieben, natürlich waren es nur drei, vier Neighborhoods), an den East River, über die Brooklyn Bridge. Wie eh’ und je begegnet man dort Horden von Touristen und asiatischen Hochzeitspaaren beim Fotoshooting. Für mein müdes Auge verborgen bleiben indes die nervösen Banker an der Wall Street; auch weinende Wissenschaftler laufen mir nicht über den Weg. Wird hier in Europa schamlos übertrieben?

Auch die nächsten Tage und Wege bestätigen: So viel hat sich hier nicht geändert. Menschen sind freundlich, aber geschäftig; ein paar Baugruben sind zu Häusern geworden. Auf dem Wochenmarkt stehen Verkäufer*innen (they, their) und bieten ihre bewährten Produkte zu beeindruckenden Preisen an. An den Häusern hängen die alten Schilder „cease fire now“. Und manchmal entdeckt man dazwischen dann doch ein paar Hinweise auf Änderungen: Auf der Straße werde ich angesprochen, ob ich für plannedparenthood.org spenden möchte; an der Laterne hängt ein Aufruf zur Demonstration am 5.4., Leute mit Plakaten zu eben dieser Demo bereichern das Stadtbild.

New York, eben. Ich halte die Augen offen.

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Eine Berlinerin berichtet aus Brooklyn