Mehr als ein Lieblingswort

Mehr als ein Lieblingswort

Ich muss zugeben, ich konnte doch nicht ganz locker lassen. Wenn während meiner Anwesenheit in New York Weltwirtschaftsgeschichte geschrieben wird, dann möchte ich das auch sehen. Und so habe ich mich am gestrigen Montag bei sehr kühlem und ungemütlichen Wetter nach einiger Anlaufzeit aufgemacht, um “die Börse zu schließen”. Nicht, dass zu erwarten gewesen wäre, dass Hunderte aufgebrachter Männer mit Hüten vor dem New York Stock Exchange stehen, wie vor bald 100 Jahren. Aber so ein bisschen muss man die Erschütterungen der Welt, die ein Mensch mit seinen Worten anrichten kann, ja sehen können.

Man konnte tatsächlich: Gegenüber von der Börse standen Kamerateams und warteten für ihre Berichterstattung auf spannende Bilder. Auch kein beneidenswerter Job, wenn vielleicht auch gemütlicher als der der Börsianer, die drinnen Trumps Faszination für das Wort „Tariffs“ ausbaden mussten. Von uns anderen in den USA und der restlichen Welt fange ich jetzt gar nicht an.

Man weiß ja auch nicht, wie es weiter geht. Aber es steht zu befürchten, dass der Zocker mit dem golden verzierten Kamin sein Lieblingswort noch ein paar mal ausspricht.

Heute, am Dienstag ist zumindest das Wetter wieder schöner. Aber es bleibt kühl. Und ich schaue mich jetzt einmal um, was die Eierpreise so machen.

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Berlin, Brooklyn, and beyond

Eine Berlinerin berichtet aus Brooklyn