Natürlich kann ich nicht eine Woche in NY sein und kein einziges Museum besuchen. Lustigerweise hatte ich an meinem vorerst letzten vollen Tag im Big Apple ein ziemlich deutsches Programm. Um vom Ende anzufangen: Am Abend gab es in der Carnegie Hall eine ausgezeichnete Aufführung der Johannes-Passion von Johann Sebastian Bach. Gesungen und gespielt haben der Chor La Chapelle de Québec und das Orchestra of St Luke’s unter der Leitung von Bernard Labadie; von den sechs Solisten hebe ich stellvertretend den Countertenor Hugh Cutting hervor.
Mein deutsches Nachmittagsprogramm bestand für mich in einem Besuch des Metropolitan Museum, wo zur Zeit Caspar David Friedrich gezeigt wird. Bevor ich die im Vergleich zum Gesamtumfang des Met Museums recht kleine Sonderausstellung angeschaut habe, habe ich mich pflichtschuldigst einmal durch die gesamte im letzten Jahr nach Renovierung neu eröffnete europäische Sammlung hindurchgearbeitet, um nicht zu sagen hindurch gequält. Beeindruckend, was da alles hängt, aber die alten Meister haben es bei mir ein bisschen schwer, zumindest wenn sie so geballt kommen.
Auch Caspar David ist für mich eher verlässlich schön als aufregend gewesen; bin halt keine Romantikerin… (Oder: Wenn schon Natur, dann bitte selber erleben). Aber in New York kann man immerhin Werke aus Museen aus ganz Deutschland sehen, und nicht nur den „Mönch am Meer“, den man ja auch in der Nationalgalerie in Berlin sehen kann, solange er nicht auf Reisen ist.
Eine echte Entdeckung war am letzten Freitag (Zur Erinnerung: Friday Night ist Party Night im MoMA) Jack Whitten, ein afroamerikanischer Künstler (1939-2018), dessen Werke im Museum of Modern Art in einer Einzelausstellung gezeigt werden. Teilweise haben mich die großformatigen Bilder an Gerhard Richters Rakelbilder erinnert; ein weiterer Schwerpunkt des im MoMa gezeigten Oeuvres sind Mosaike aus unterschiedlichsten Materialien – und dann doch amerikanischen Themen.


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