Unser zweiter Tag in Chicago hat begonnen wie der vorangegangene geendet hat: Mit kalten Temperaturen und viel Sonnenschein, Nach einem Frühstück bei der aus Chicago stammenden Kaffeehauskette “Intelligentsia“ haben wir den langsam aus dem Winterschlaf erwachenden Millenniumspark erobert. Erstes Fundstück am Wegesrand: ein etwas verfrühtes Osterei, in dem sich die Skyline spiegelt. Der offizielle Name dieses Kunstwerks von Anish Kapoor, an dem sich die Touristen sammeln, ist cloud gate.
Nicht viel weiter schimmert eine riesige silberne Schlange, die sich als Fußgängerbrücke über eine breite Straße entpuppt, die mitten durch den großzügigen Park führt. Schöne Lösung für ein typisch amerikanisches Problem. Kurz vor dem Ufer des Lake Michigan gibt es dann nur noch eine weitere Schnellstraße zu überqueren und wir sind am blaugrünen Wasser, das sich bis an den Horizont erstreckt. Kein Wellengang und auf Höhe des Parks auch kein Strand, aber ansonsten meint man, an einem Meer zu stehen – die Wasseroberfläche ist schließlich knapp zweimal so groß wie Belgien.
Ein Stück feinsten Sandstrands finden wir dann später auch noch, allerdings sind hier noch die freiwilligen Reinigungstruppen unterwegs; zum Baden ist es eindeutig zu kalt!
Am Nachmittag gibt‘s dann mal wieder Kunst – das Art Institute of Chicago ist für Kunstliebhaber auch ein Must-See, selbst wenn sie gerade aus New York kommen. Wir konzentrieren uns auf die amerikanische Kunst, die hier sehr umfassend von Gebrauchsgegenständen aus Zeiten früher Einwanderer bis zu den bekannten Jackson Pollocks, Cy Twomblys, Marc Rothkos oder Cindy Sherman ausgestellt sind. Ein bekanntes Highlight war auch das Bild „American Gothic“ von Grant Wood.
Ein bisschen enttäuschend ist die mit dem Namen Frieda Kahlos werbende Sonderausstellung, die letztlich eine Handvoll ihrer Werke enthält und ansonsten vor allem von Mary Reynolds kunstvoll gebundene Bücher und ein paar Briefe zeigt – vielleicht, weil diese Schau auch preislich das i-Tüpfelchen auf einen ohnehin schon nicht ganz günstigen Museumsnachmittag gesetzt hat. Aber gelohnt hat sich der Besuch des Art Institutes auf jeden Fall.
Die ultimative Gönnung gab‘s dann am Abend: Auf Empfehlung einer Chicagoerin sind wir bei Cindy‘s, einer Rooftop Bar & Restaurant auf dem Chicago Athletic Hotel gelandet. Gutes Essen und ein toller Blick auf Millenium Park und die nächtliche Silhouette am Loop.


Hinterlasse einen Kommentar