Bevor die Reise Richtung Westen weitergeht, noch ein paar bits and pieces zu Chicago, das sicher mehr als einen 48 Stunden-Aufenthalt rechtfertigen würde. Besonders, wenn man die historischen Gebäude nicht nur von außen, sondern auch von innen sehen will.
In ein paar Häuser haben wir uns hineingeschmuggelt, zum Beispiel in das Carbide and Carbon-Gebäude, das 1929 entstand und mit seinem goldenen Dach und der dunkelgrünen Fassade ein wahrhaft luxuriöses Beispiel für Art Deco und die goldenen 20er Jahre in den USA ist. An der (modernen) Rezeption des heute dort eingezogenen Edel-Hotels haben wir uns vorbeigemogelt und zumindest einen Blick auf die historische Lobby und die goldenen Aufzugtüren geworfen.
In dem letzen Beitrag habe ich schon das Athletic Hotel mit der Rooftop-Bar erwähnt: Auch hier haben wir uns beim Weg nach draußen noch ein wenig „verirrt“ und nicht nur die üppig-verzierte Eingangshalle, sondern auch noch ein paar eher altertümlich wirkende Sportanlagen gefunden.



Ganz offiziell und ohne Eintrittspreis sind wir dagegen in das Chicago Cultural Center hineingegangen. Das auch außen prächtige Bauwerk aus 1897, das allerdings im Vergleich zu seinen Nachbarn „flach“ ist, ist auch innen reich dekoriert mit Mosaiken und einer riesigen Kuppel aus Tiffany-Glas. Hier finden nicht nur offizielle Empfänge der Stadt Chicago und private Feiern, sondern auch kostenlose Kulturveranstaltungen statt. Solange die öffentlichen Mittel dafür nicht gekürzt werden.
Und damit habe ich jetzt mäßig elegant noch die Kurve zu meinem Standardthema dieser Tage bekommen. Vielleicht hat der eine oder andere auf meinem vorletzten Post schon die fünf Buchstaben TRU.. entziffern können, die auf einem der großen Glastürme am Ufer des Chicago-River stehen. Ganz befreien kann man sich also auch hier nicht – aber man kann, sozusagen als Gegenmittel, auf den Spuren von Barack Obama wandeln, der in Chicago Bürgerrechtsanwalt und an der Chicago Law School gelehrt hat, bevor er Senator und später US-Präsident wurde.
Die Gegend, in der er gewohnt und gearbeitet hat (Hydepark), ist vom Zentrum aus nicht ganz so schnell zu erreichen und bietet für das Auge auch nicht so viel Spektakuläres. Gesehen habe ich das „Lieblingslokal“ von Obama, Valois, ein einfaches, aber gut besuchtes typisches US-Restaurant; verpasst habe ich den von einem der Reiseführer genannten Obama-Kissing-Point, und für alles weitere blieb nicht mehr viel Zeit, denn wir mussten zum Bahnhof.

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