Seattle, liegt gerade schon mindestens zwei weitere Stopps hinter mir, aber hat hier die volle Aufmerksamkeit verdient. Einer der schönsten Aspekte von Seattle ist – vorausgesetzt man hat mit dem Wetter so viel Glück wie wir – wahrscheinlich seine Lage. Einerseits hat die mit rund 750.000 Einwohnern 18.-größte Stadt der USA viel Wasser und einen großen Hafen zu bieten – sie liegt an dem Puget-Sound, einer weitverzweigten Bucht am Pazifik. Andererseits ist sie umgeben von ansehnlichen, schneebedeckten Bergen, darunter auch von dem am Horizont sichtbaren Mount Rainier, einem Vulkan von über 4000 Metern Höhe.
In der Stadt selbst, geht es munter auf und ab; die rechtwinkelig zur Uferpromenade angeordneten Straßen weisen teilweise beeindruckende Steigungen auf – diesbezüglich kann Seattle durchaus mit San Francisco in Konkurrenz treten. Das bringt für die Bebauung aber durchaus ein Vorteile mit sich – hier können mehr Wohnungen und Büros mit Blick auf das Wasser gebaut werden als in New York City.
Die Hochhausdichte ist mittlerweile im Zentrum auch beachtlich; mehrere Bauten sind inzwischen größer als das Wahrzeichen der Stadt, die sogenannte Space Needle. Weil die Sicht so gut war, haben wir sie gleich am Tag unserer Ankunft ins Besichtigungsprogramm genommen. 1962 anlässlich der Weltausstellung in Seattle eröffnet ist sie zwar nicht so hoch wie der Fernsehturm in Berlin (gilt auch, wenn man nur die Aussichtsebenen vergleicht), aber sie verströmt einen ähnlichen Retro-Charme – und der Blick bietet einfach mehr als ein platte Stadt (sorry, Berlin, da musste durch). Von den Außenaufzügen und der sich drehenden Scheibe mit Glasboden nach unten habe ich da noch gar nicht gesprochen.
Aber in Seattle gibt es auch noch mehr zu sehen und zu erleben. Für uns haben dazu gehört: das von Frank Gehry entworfene Museum of Pop Culture MOPOP direkt neben der Space Needle (uns hat der Blick von außen gereicht), die Mono-Rail Bahn von dort nach Downtown Seattle (lustiges Gimmick; eher Touristen-Attraktion als ein ernst zu nehmendes Fortbewegungsmittel), der Pike Place Market (Markt in Ufernähe über mehrere Etagen, der von frischem Fisch über Blumen, zu historischen Karten und Stadtplänen bis zum Tour-Bedarf alles mögliche enthält). Nicht zu vergessen, wenn auch nur eingeschränkt zu empfehlen, ist auch der Original-Starbucks Laden, für den ich sogar mein selbstauferlegtes Betretungsverbot aller Starbucks aufgehoben habe. Wer aber in Seattle in netter Atmosphäre einen guten Kaffee trinken will, der ist zum Beispiel beim Zeitgeist Coffee im Pioneer Square Viertel besser aufgehoben.


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