Noch einmal Island

Noch einmal Island

Eigentlich dürfte ich über Island gar nicht schreiben, meinte neulich jemand zu mir; es passt ja nicht zum Thema dieses Blogs. Aber abgesehen davon, dass ich mich von solch kleinlichen Einwänden nicht begrenzen lasse, gibt es auch über die Kontinentalplatte hinaus eine Verbindung zu Amerika. Wie ich in Reykjavik nämlich lernen konnte, gab es deutlich vor Christoph Columbus nämlich schon einen anderen Europäer, Leif Ericsson, der aus Island kommend den Nordamerika betreten hat. Nach guter Seefahrermanier hat auch er sich dabei wohl ein wenig verirrt; er wollte eigentlich nach Grönland. Wo genau in Amerika er angekommen ist, lässt sich wohl auch nicht sagen, aber zumindest haben die USA 1930, zum tausendsten Jahrestag dieser Entdeckung Island eine Statue von besagtem Leif gestiftet. Gefertigt wurde sie von Alexander Calder – auch wenn ich das vom Aussehen her nicht erwartet hätte.

Passend zur geschwungenen Linie der Statue haben die Reykjavikianer ihre neue Kirche gebaut, die optisch nicht nur den Schwung aufnimmt, sondern auch noch an die Basaltsäulen erinnert, die sich an verschiedenen Stellen der gesamten Insel befinden. Ansonsten sind die Sehenswürdigkeiten in der isländischen Hauptstadt relativ schnell aufgezählt. Durch die Innenstadt ziehen sich zwei Fußgängerzonen mit vielen Kneipen und Touri-Bedarf einschließlich Funktionsbekleidung für unvorbereitete oder weniger mit Sonnentagen verwöhnte als uns. Am Wasser befindet sich ein relativ neu und schick aussehendes Konzert- und Aufführungshalle, Harpa. Mit einem kleinen „Bächle“ davor, könnte man sich glatt in Freiburg wähnen, aber der aufsteigende Dampf und die warme Temperatur des Wassers erinnern einen schnell, dass man sich in Island befindet. 

Zudem gibt es ein Kunstmuseum, das auf zwei Standorte verteilt in ganz ansprechenden Gebäuden untergebracht ist, eines alt, eines eher neu. Architektonisch ist ansonsten hier eher nicht so viel geboten. Dafür gibt es nette Cafés (z.B. die Reykjavik Roastery) und Bäckereien (Braud) – falls Ihr mal hier hinkommt. 

Wir hatten in Reykjavik unser Base Camp und haben von dort aus alle Touren gemacht. Das war ganz praktisch, weil wir damit immerhin die Koffer einmal auspacken konnten und wussten, wo wir abends unser Haupt betten. Andererseits sollte man die großen Entfernungen in Island nicht unterschätzen. Man verbringt ganz schön viel Zeit auf den Straßen, die sich mehr oder malerisch durch die Landschaft schlängeln.

Einen ganzen Tag haben wir genutzt, um den obligatorischen Besuch eines heißen Bades zu absolvieren. Die blaue Lagune haben wir ausgeschlagen, die Secret Lagoon hat zeitlich nicht mehr in unseren Golden Circle gepasst, bei der Naturbadestelle auf dem Berg haben wir keine Badesachen mitgebracht – aber bei den „Hvammsvik Hot Springs“ waren wir richtig vorbereitet. Dieses Bad mit insgesamt acht unterschiedlich warmen Pools (einer ist im Ozean, Wassertemperatur 5°) und einer Dampfsauna liegt in einer malerischen Bucht am Hvalfjördur. Da kann man schon einmal ein paar Stunden verbringen.

Ein weiterer Ausflug hat uns auf die Halbinsel Snæfellsnes und in den Snæfellsjökull-Nationalpark geführt (nein, den Eyjafjallajökull – eigentlich ganz einfach, dieser Name) haben wir nicht gesehen).

Attraktionen waren unter andern eine Lavahöhle und ein schwarzer Strand.

Und da auch das schönste Jökull-Juckeln irgendwann ein Ende hat, und der Alltag in Berlin wieder ruft, geht dieser Blog bis zur nächsten Eruption mal wieder in die 

P A U S E

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