Noch hängen ein paar Blätter an den Bäumen, auch wenn es von Tag zu Tag weniger werden. Und da in der letzten Woche auch das Wetter noch einmal richtig schön war, haben wir weitere Ausflüge Hudson-aufwärts unternommen.
Unser Ausgangspunkt war dabei jeweils Tarrytown, ein weiteres kleines Städtchen, das an der Metro North Bahnlinie liegt und daher auch für uns gut erreichbar ist. Von weithin erkennen kann man den Ort an der – von der Mündung aus betrachtet – zweiten Brücke über den Hudson. Benannt nach Governor Mario Cuomo schwingt diese sich hier über den hier noch breiteren Fluß und kann natürlich auch mal wieder mit Superlativen dienen: der längste gemeinsame Fuß- und Radweg der Vereinigten Staaten. Ob geteilte Wege wirklich so bemerkenswert sind, will ich jetzt nicht weiter hinterfragen; wir hatten nach unserer Überquerung der George Washington Brücke auf jeden Fall keine Lust mehr auf lange Wege neben rollendem Verkehr, sondern wollen in die Natur.
Dazu bietet Tarrytown viel Gelegenheit. Das wusste auch schon Familie Rockefeller, die hier seit 1908 ein „Wochenendhäuschen“ namens Kykuit hat. Laut Reiseführer wäre das Anwesen einschließlich Kunstsammlung im Keller einen Besuch wert. Wir lassen es aber bei einer Wanderung durch den Herbstwald in dem „Rockefeller State Park Preserve“und freuen uns über das bunte Laub, ein Flüsschen und viele (kurze) Steinbrücken, die sich hier in kurzen Abständen und etwas unmotiviert über das Gewässer spannen. Macht nichts, schön für‘s Auge ist es ja, was Herr Rockefeller da in die Landschaft gestellt hat.
Ein anderer Wanderweg, der durch Tarrytown führt, ist der Pfad auf dem „Old Croton Aqueduct“. Dieser grüne Weg verläuft parallel zum und etwas oberhalb vom Hudson genau da, wo früher das Frischwasser aus Croton nach New York City transportiert wurde – bis in das Grand Reservoir im Central Park. Die Strecke ist zwar nicht besonders abwechslungsreich, aber die Geschichte zu diesem Bauwerk aus dem 19. Jahrhundert ist allemal spannend.




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