Fast so elementar wie Erde, Wasser, Feuer und Luft ist für den Fortbestand New Yorks oder der New Yorker Museumslandschaft das Geld:
Das Guggenheim Museum basiert auf der Sammlung von Solomon R. Guggenheim, einem Sprössling einer „mining family“, der selber Goldminen in Alaska betrieb, bevor er sich seinen philanthropischen Interessen widmete.
Das Whitney-Museum wurde von Gertrude Vanderbildt Whitney gegründet, die das nötige Kleingeld aus der Vanderbildt-Dynastie mitbrachte. Ihr Urgroßvater Cornelius Vanderbilt, ein Schulabbrecher und erfolgreicher Geschäftsmann, hatte sein Vermögen mit Schiffen und Eisenbahnen aufgebaut.
Hinter dem Museum of Modern Art, kurz MoMa, stecken Rockefeller-Millionen aus schwarzem Gold, also Erdöl: Die Frau des Sohnes von Standard-Oil-Gründer John D. Rockefeller verbrachte ihre Tage nicht mit dem Verfassen von flüchtigen Blog-Beiträgen, sondern mit dem Sammeln von Kunst und der Gründung des Museums.
Die Liste ließe sich noch länger fortsetzen; ich erwähne hier nur noch die Morgan Library & Museum, die wir in der letzten Woche erstmals besucht haben. Hinter dieser beeindruckenden Sammlung von Büchern (von einer Gutenberg-Bibel über Racine und Locke bis zu Manuskripten von Gedichten der jugendlichen Sylvia Plath) und einer Reihe von Kunstwerken (ägyptische Statuen, filigrane Siegel, Bilder von Lukas Cranach) steckt der Banker John Pierpont Morgan. Die private Bibliothek, für die er ein eigenes Gebäude an der Madison Avenue erbauen ließ, wurde von seinem Sohn zu einem öffentlich zugänglichen Museum gemacht; inzwischen ist es erweitert um einen luftigen Neubau von Renzo Piano.
Kann man sich durchaus anschauen – mit oder ohne Diskussionen über Kapitalismus. Immerhin, es gibt schlechtere Möglichkeiten, mit der ewigen dräuenden Frage „How to spend it?“ umzugehen, als sie in Kunst oder Literatur zu stecken und diese dann öffentlich zugänglich zu machen. Und wer zu intensiv über Einkommensungleichheit in den USA allgemein und in New York im Besonderen nachgedacht hat, der kann sich zumindest damit trösten, dass am Freitag von 17:00 bis 19:00 Uhr der Eintritt frei ist.

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