So langsam rückt das Ende meiner Zeit in den USA näher und ich beginne, über letzte Male nachzudenken. Es gibt ja immer noch so viel zu sehen, zu erleben und aufzuschreiben, und am Schluss auch Bilanz zu ziehen. Als kleine Fingerübung gibt es hier schon einmal eine kleine Urlaubsbilanz von der kleinen Reise in der großen Reise.
Mit der kleinen Reise meine ich die Tour in die Südstaaten, wobei diese Kurzzusammenfassung ja schamlos übertrieben ist. Wir waren nur in Louisiana, Georgia (haarscharf) und South Carolina – und auch in diesen drei Staaten „kennen“ wir jetzt nur drei Städte. Also viel zu wenig für ein profundes Urteil, aber immerhin ein Appetithappen, der Lust macht noch mehr von dem großen Land mit den noch größeren Widersprüchen zu sehen. Sagen wir also: wir haben noch genug übrig gelassen für die nächsten Reisen. Und weil die Frage aufkam, welche der drei Städte am schönsten ist, hier eine salomonische Antwort: Kommt drauf an. Wer Party mag, ist in New Orleans oder Savannah am besten aufgehoben, History-Geeks in Savannah oder Charleston. Und am hübschesten fürs Auge Charleston – oder doch New Orleans?
Eine Bilanz der anderen Art möchte ich nicht ganz unter den Teppich oder die Erdoberfläche kehren: CO2-Emissionen. Pro Person haben wir allein mit unseren Flügen (insgesamt 2900 km) sehr grob, aber hoffentlich richtig geschätzt 600kg CO2 in die Luft gepustet (wer hier eine gute Quelle für Vergleichsrechnungen nennen kann, möge dies bitte tun!). Da machen sich die Bahnkilometer mit 43 kg pro Person doch sehr viel besser und gleichen manches Stöhnen über die lange Fahrt aus. Aber dass Reisen Luxus ist, und zwar in jeder Hinsicht, ist nichts Neues.
Da bekomme ich schon fast ein schlechtes Gewissen, wenn ich jetzt noch einmal auf einen Punkt komme, der an all unseren Reisezielen gleichermaßen sehr gut und zu empfehlen ist: die viel gepriesene Südstaatenküche. Auch hier gilt: wer ein entsprechend gut gefülltes Konto hat, der kann sich durchschlemmen. Besonders gilt das für Liebhaber von Fisch und Schalentieren – Krabben, Bouillabaisse, Austern, fangfrische Fische, deren Namen ich weder auf Deutsch noch auf Englisch wiederholen kann, standen roh oder gebraten auf unserem Speiseplan. Auch Hähnchen (pulled, slow-cooked), anderes Geflügel und diverse Eintöpfe werden häufig angeboten. Für Vegetarier wird es schon etwas schwieriger, aber „fried green tomatoes“ oder Salate mit spannenden Kombinationen kann man auch bestellen.


Damit ihr mit kleinerem ökologischen Fußabdruck auch etwas genießen könnt, habe ich hier sogar Rezepte von einem von uns besuchten Restaurant, Commander‘s Palace in New Orleans aufgetrieben.
Und was die hellen und dunklen Seiten des Reisens betrifft, muss ich wohl noch einmal die Bibel heranziehen: Alles hat seine Zeit – auch das Daheimbleiben oder Wegfahren.

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